Querstreifen beim Breitbandschleifen – Ursachen erkennen und beheben

Querstreifen – auch Rattermarken genannt – sind feine, regelmäßige Linien, die quer zur Vorschubrichtung über das Werkstück laufen. Am rohen Teil sieht man sie oft kaum und entdeckt sie erst, wenn lackiert, geölt oder gebeizt ist. Dann ist das Teil Ausschuss, und der Fehler wird teuer.

Das Tückische: Querstreifen haben viele mögliche Ursachen – vom Schleifband über die Kontaktwalze bis zum Transportband. Die gute Nachricht: Mit zwei, drei einfachen Tests grenzen Sie die Ursache in wenigen Minuten ein, bevor Sie anfangen, Teile zu tauschen. Genau dafür ist dieser Leitfaden da.

Ein erster Hinweis steckt im Abstand der Streifen: gleichmäßige, scharf abgegrenzte Abstände deuten meist auf eine umlaufende Ursache (Band oder Walze), unregelmäßige eher auf Vibration oder zu geringe Bandspannung.

Der erste Schritt: Liegt es am Band oder an der Maschine?

Diese Frage beantworten Sie zuerst – sie spart Ihnen Stunden. Drei einfache Tests genügen:

  1. Neues Band einlegen. Verschwinden die Streifen, lag es am Band (meist an der Klebe- bzw. Schweißnaht). Bleiben sie, sitzt die Ursache in der Maschine. Dieser eine Test trennt schon die Hälfte aller Fälle.
  2. Nahttest mit Wachsstift. Färben Sie die Bandnaht kräftig mit einem Wachs- oder Fettstift ein und lassen Sie ein Werkstück durchlaufen. Erscheinen die Querstreifen in der Farbe der Naht, ist die Naht der Übeltäter – sie ist zu dick oder für Ihre Anwendung der falsche Nahttyp.
  3. Vorschub verändern. Lassen Sie dasselbe Teil einmal schneller, einmal langsamer durchlaufen. Wandern die Streifen auseinander bzw. zusammen, kommen sie vom umlaufenden Schleifband. Bleibt der Abstand gleich, stammen sie von einem Maschinenteil – meist der Kontaktwalze.

Bei mehreren Schleifaggregaten: Lassen Sie die Köpfe nacheinander einzeln laufen, bis Sie wissen, welcher den Fehler erzeugt. Erst dann lohnt sich der genaue Blick auf dieses eine Aggregat.

Die häufigsten Ursachen – und was dagegen hilft

Schleifband und Bandnaht. Die mit Abstand häufigste Ursache. Eine zu dicke, schlecht verklebte oder für die Anwendung falsche Naht schlägt bei jeder Umdrehung durch. Abhilfe: Markenband mit sauberer Naht, passender Nahttyp für Ihr Material, Band bei Nichtgebrauch hängend und trocken lagern.

Bandspannung. Zu geringe Spannung lässt das Band flattern – die Streifen stehen dann unregelmäßig. Spannung nach Herstellervorgabe für den jeweiligen Bandtyp einstellen.

Kontaktwalze. Eine beschädigte, einseitig verschlissene oder unwuchtige Walze erzeugt gleichmäßige Streifen, die vom Vorschub unabhängig sind. Auch eine ausgehärtete oder falsch gewählte Gummierung (Härte, Rillung) hinterlässt Spuren. Abhilfe: Walze prüfen, bei Verschleiß neu gummieren oder ersetzen – mit der für Ihr Schleifbild richtigen Härte.

Druckbalken und Drucklamellen. Der Druckbalken soll feine Naht- und Walzenmarken gerade ausbügeln. Sind die Lamellen bzw. das Drucklamellenband verschlissen oder ungleichmäßig, gelingt das nicht mehr – gerade bei einem schon leicht abgenutzten Schleifband brechen die Streifen dann wieder durch. Abhilfe: Lamellen bzw. Grafitband prüfen und erneuern.

Andrucklippen und Schleifschuhe. Verschlissene oder ungleichmäßig anliegende Andrucklippen bzw. Schuhe verteilen den Druck ungleich über die Breite – das zeigt sich oft als Streifen auf nur einer Seite. Abhilfe: Lippen und Schuhe prüfen, bei Verschleiß tauschen.

Transportband. Ein verschlissenes, verschmutztes oder unebenes Transportband überträgt seine Unregelmäßigkeit aufs Werkstück. Band und darunterliegende Rollen reinigen und auf Verschleiß prüfen.

Oszillation. Läuft die Bandoszillation ruckartig oder ist sie falsch eingestellt, entstehen ebenfalls Querspuren. Oszillationsbewegung und -einstellung kontrollieren.

Zu hoher Andruck, zu schneller Vorschub. Zu viel Materialabtrag in einem Durchgang und zu hoher Schleifdruck provozieren Streifen. Weniger Abtrag pro Pass, Vorschub und Druck an Material und Körnung anpassen.

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